Heute ist die Wildpferdebahn im Merfelder Bruch ein Naturschutzgebiet mit der Herde als wesentlichem Bestandteil.

Oberstes Ziel des Naturschutzes ist hier die Arterhaltung des Dülmener Wildpferdes und alle damit verbundenen Tätigkeiten, die den Bestand der Herde fördern und langfristig in ihrer Existenz sichern.

Zur Arterhaltung des Dülmener Wildpferdes gehört vor allem auch der Erhalt des Biotops (Lebensraum). Eine Änderung des Lebensraumes würde langfristig aufgrund der natürlichen Selektion auch einen anderen Pferdetypus prägen.

Warum Arterhaltung von Pferden und nicht Zucht? Zucht von Pferden bedeutet, Pferde auf bestimmte Ziele hin zu selektieren, z. B. auf Geschwindigkeit, Zugleistung, Gang- oder Springvermögen, usw.. Der vom Menschen geförderten Zucht von Tieren sind zwei Dinge gemeinsam und unabdingbar: zum einen kann der Mensch nur nach Kriterien züchten, die er sehen und messen kann; zum anderen bedeutet die Zucht auf bestimmte Ziele hin eine Verengung der Erbanlagen (Genpool). Gesundheit, natürliches Instinktverhalten (ange-borenes Verhalten) und weitere natürliche Verhaltensweisen können dabei verloren gehen. Vor allem geht wertvolles, ursprüngliches Erbgut der Schöpfung unwiederbringlich verloren.

Daher kommt der Erhaltung der Primitivrassen (primitiv im Sinne von „ursprünglich“), die in ihrem natürlichen Lebensraum nach wie vor leben und der vollständigen natürlichen Selektion unterliegen, eine unschätzbare Bedeutung zu. Nur diesen Tieren - wie hier den Dülmener Wildpferden - bleibt das ursprüngliche Erbgut erhalten, das eines Tages notwendig sein wird, um die Haustierbestände des Menschen mit dem natürlichen Erbgut in seiner ganzen Fülle „aufzubessern“.

Auch für die Verhaltensforschung ist die Wildpferdeherde ein wertvolles Betätigungsfeld. Eine solche Pferdepopulation wie hier im Merfelder Bruch, welche vom Menschen relativ wenig beeinflusst wurde, findet man nur noch sehr selten.

 

Daten des Naturschutzgebietes Merfelder Bruch 

 

 

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